Museumsteam findet Skelett bei Grabungen

Bereits Anfang August 2019 wurde das Skelett bei Grabungen am Geopunkt "Jurameer Schandelah" entdeckt und konnte nach aufwendigen Arbeiten nun in die paläontologische Werkstatt des Staatlichen Naturhistorischen Museums verbracht werden. Hier wird der Fund in den kommenden Monaten präpariert und bearbeitet.

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Die Platte in der Präparationswerkstatt im Museum

Ein Saurier namens "Creedence" ergänzt die Sammlung!

Das Staatliche Naturhistorische Museum in Braunschweig ist seit dem 20.08.2019 um ein wertvolles Fossil reicher – Wissenschaftler des Museums entdeckten ein nach erster Einschätzung vollständiges Skelett eines 180 cm langen Meeressauriers aus der Zeit des Jura am Geopunkt „Jurameer Schandelah“.

Der neue Ichthyosaurier wurde von dem studentischen Grabungshelfer Robin Schmidt am 05. August 2019 entdeckt. „Ich sah nachmittags beim Anheben einer Schieferplatte die Spitze einer Schnauze. Am nächsten Morgen legten wir gemeinsam das ganze Skelett oberflächlich frei.“, so der stolze Finder. Dr. Ralf Kosma vom Naturhistorischen Museum ergänzt: „Besonders erleichtert war ich, als wir der Wirbelsäule folgend nach und nach selbst die Schwanzspitze freilegen konnten. Das Skelett scheint in einem guten und recht vollständigen Zustand zu sein. Ganz genau können wir das allerdings erst nach der Präparation sagen.“.

Weil die Forscher im Moment der Entdeckung gerade Musik von Creedence Clearwater Revival hörten bekam das Ichthyosaurier-Exemplar schon am Tag seiner Entdeckung von seinem Finder den Namen „Creedence“ verliehen.

Innerhalb von zwei Wochen wurde der Ichthyosaurier aus Schandelah freigelegt, aus dem Schiefer gesägt und anschließend mit flüssigem Kunstharz und Karbonfasermatten laminiert. Nachts schoben Mitglieder des Grabungsteams Wachdienst vor Ort, damit „Creedence“ keinen Raubgräbern zum Opfer fallen konnte. Am 20. August war es dann soweit: die zerbrechliche Gesteinsplatte von 201 cm Länge, 100 cm Breite und gut 20 cm Tiefe musste manuell gewendet werden und wurde von zwanzig helfenden Händen in einen Transporter manövriert, der „Creedence“ dann wohlbehalten in die Paläontologische Werkstatt des Museums fuhr. Hier wird der kostbare Fund in den kommenden Monaten aufwendig präpariert und bearbeitet.

Seit 2014 gräbt ein Forschungsteam des Museums unter Leitung des Paläontologen Dr. Ralf Kosma im rund 180 Millionen Jahre alten Posidonienschiefer nach Fossilien aus dem Jurameer. Das Gelände wurde damals von der Dr. Scheller-Stiftung angekauft, die dem Museum das Grabungsrecht erteilte. Jeder bedeutende Fund, der hier gemacht wird, geht unmittelbar an das Naturhistorische Museum und somit in den Besitz des Landes Niedersachsen über.

Die Platte wird aus dem Schiefer gesägt
Lamination der Fossilplatte mit Kunstharz