Geheimnisvoller Gigant der Tiefsee

Das größte wirbellose Tier unserer Zeit, der Riesenkalmar, steht ab dem 30. November 2018 im Zentrum der neuen Sonderschau im Staatlichen Naturhistorischen Museum.

Daten und Fakten

Laufzeit: 30. November 2018 - 17. März 2019

Ort: Staatliches Naturhistorisches Museum, Pockelsstr. 10, 38106 Braunschweig

Öffnungszeiten: Di bis So 9 -17 Uhr, Mi bis 19 Uhr

Der Riesenkalmar Architeuthis – geheimnisvoller Gigant aus der Tiefsee

Architeuthis ist eines der mysteriösen Lebewesen der Tiefsee. Wie alle Kalmare besitzt der Riesenkalmar zehn Fangarme, die um die Mundöffnung gruppiert sind, wovon zwei als lange Tentakel ausgebildet sind. Mit ihnen jagt das Tier in einer Tiefe von 500 bis 1000 Metern nach Beute. Ganze Tiere sind erst seit dem Beginn der Tiefseefischerei belegt. Zuvor kannte man nur halbverdaute Überreste aus Pottwal-Mägen, die zum Teil zu übertriebenen Größenschätzungen Anlass gaben.

Tatsächlich konnte nie ein Riesenkalmar nachgewiesen werden, der mit den Tentakeln eine Länge von zwölf Metern überschritt, wobei etwa zwei Meter auf den Körper und drei Meter auf die anderen Arme entfallen. Doch auch mit diesen Maßen ist er das größte wirbellose Tier der Gegenwart. Die Augen des Riesenkalmars und einer verwandten Art sind mit bis zu 25 cm Durchmesser im etwa 1 Meter langen Kopf die größten Augen im Tierreich. Das Tier orientiert sich also im Dämmerlicht der Tiefsee vorwiegend optisch. Als Feind kommt vor allem der Pottwal in Frage. Von Kämpfen zwischen Pottwalen und Riesenkalmaren zeugen oft zahlreiche Narben von Saugnäpfen auf der Haut der Wale.

In der Ausstellung, die der Experte für Tiefsee-Tintenfische Volker Miske zusammengestellt hat, zeigen wir meterlange Tentakel, einen faustgroßen Schnabel und andere Körperteile von Riesenkalmaren und schildern die Seefahrergeschichten, die sich um solche Funde rankten. Fakten zur Biologie und Artenvielfalt der Kopffüssler, Filmaufnahmen sowie Präparate anderer Arten vervollständigen die Schau.

Über Tintenfische
"Tintenfische" oder besser Kopffüßer sind keine Fische, sondern Weichtiere – verwandt mit Schnecken und Muscheln. Sie haben sich aber, vor allem im Hinblick auf ihre außergewöhnlichen körperlichen Fähigkeiten und Intelligenzleistungen, im Laufe von mehr als 500 Millionen Jahren weit von diesen entfernt. Zu den Kopffüßern zählen Kalmare, Sepien, Tiefseevampire, Kraken, der altertümliche Nautilus sowie ausgestorbene Gruppen wie Ammoniten und Belemniten. Heute leben etwa 750 bis 1000 Arten von Kopffüßern. Die Vielfalt dieser Tierklasse reicht von nur wenigen Millimeter großen Zwergtintenfischen der Mangrovenzonen über armlange, elegante Hochseejäger wie die Pfeilkalmare bis zu den leuchtenden Tiefseebewohnern und dem gigantischen Riesenkalmar.