Bauen und Leben in den 60ern und 70ern

Die Bauten der Moderne prägen das Bild unserer Städte bis heute, sind selbstverständlicher Teil des Alltags. Rund ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung sind sie jedoch in die Jahre gekommen, und an vielen Orten stellen sich ganz aktuell die Fragen nach Erhaltung, Umnutzung oder Abriss, nach Wertschätzung und Denkmalwert.
Über diese Architektur, die von weiten Kreisen der Bevölkerung abgelehnt wird, zeigt das Braunschweigische Landesmuseum in Kooperation mit der Braunschweigischen Landschaft e.V. und der TU Braunschweig eine Sonderausstellung zum Thema Architektur und Leben in den 60er und 70er Jahren.

Daten und Fakten

Laufzeit: 12. Oktober 2018 - 31. März 2019

Ort: Braunschweigisches Landesmuseum, Vieweghaus, Burgplatz 1, 38100 Braunschweig

Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di - So 10 bis 17 Uhr, jeden 1. Di im Monat bis 20 Uhr

Stephanuskirche in Wolfsburg von Alvar Aalto, Foto: U. Knufinke

Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern

Durch die konzeptionelle Verbindung von Architektur und gesellschaftlichen sowie politischen Themen anhand von konkreten Gebäuden möchte die Ausstellung "Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern" im Rahmen des Echy-Kulturerbejahres einen interdisziplinären Rahmen bieten für ein offenes Diskussionsforum zum künftigen Umgang mit den oft ungeliebten, umstrittenen Bauwerken und Ensembles jener Jahrzehnte. Die Ausstellung verdeutlicht, dass es unterschiedliche Sichtweisen auf die Architektur der späten Moderne gibt, die zwar in der Tradition des Bauhauses steht, jedoch längst nicht deren Wertschätzung erfährt.

Die Geschichte des Braunschweigischen Landes wird aus einer ungewöhnlichen Perspektive vermittelt: Bauten als Zeitzeugen einer Phase, in der sich gesellschaftlich, kulturell und politisch viel verändert hat. Außerdem stellt die Ausstellung erstmals einer breiteren Öffentlichkeit die wichtigsten Architekten der sog. „Braunschweiger Schule“ der Technischen Universität Braunschweig vor, einer der einflussreichsten Architekturausbildungsstätten der späten Moderne in Deutschland. Über die Einrichtung von Wohnungsbereichen werden Einblicke in den Alltag verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und Altersklassen geschaffen.

Die Ausstellung basiert auf dem 2013/14 von der Braunschweigischen Landschaft e.V. initiierten Projekt "Achtung modern! Architektur zwischen 1960 und 1980", das während der Ausstellung fortgeführt wird. Im Rahmen von Ortsterminen können Interessierte „live“ die Bauten dieser Zeit erkunden und diskutieren. Mit einem diskursiv angelegten Begleitprogramm soll ein Forum für den Dialog zwischen Öffentlichkeit, Nutzern, Architekten und Denkmalpflegern entstehen, um die Bedeutung und die Zukunftsfähigkeit der Architektur der 1960er und 70er Jahre neu zu bewerten.