Der umfangreiche Bestand an zivilen Uniformen der Beamten des Herzogtums Braunschweig steht im Zentrum des Forschungsprojektes "Uniformierte Zivilisten". 

In der umfangreichen Sammlung von militärgeschichtlichen Objekten im Braunschweigischen Landesmuseum stellen die zivilen Uniformen des Herzogtums Braunschweig (1815-1918) einen bedeutenden Teilbestand dar. Diese kultur- und politikgeschichtlich hoch interessanten Dienstbekleidungen für herzogliche Beamte werden nun im Rahmen des Projektes „Uniformierte Zivilisten“ wissenschaftlich erforscht und sollen durch einen Bestandskatalog sowie eine Sonderausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Uniformen sind durch ihre optische Nähe und gleichzeitige Abgrenzung zu den Militäruniformen eine wichtige Quelle zum Verständnis des militarisierten Repräsentationsbedürfnisses der deutschen Einzelstaaten im 19. Jahrhundert.
Der inhaltliche Rahmen des Projektes wird dabei über die Uniformen hinaus gespannt. Neben Fragen nach dem Hintergrund der vorhandenen Objekte – wer brachte die Stücke wann in die Sammlung ein, welche Materialien wurden verwendet und lassen sich Querverbindungen zu anderen Objekten im Landesmuseum herstellen – steht zudem auch Grundsätzliches im Fokus der Untersuchung. So soll nach Möglichkeit geklärt werden, wann welche Uniformen eingeführt wurden, wie diese zu tragen waren und was der Herzog mit ihrer Einführung bezweckte.

Das Forschungsprojekt „Uniformierte Zivilisten – Die Ziviluniformen des Herzogtums Braunschweig“ wird gefördert durch die Stiftung Niedersachsen, das Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen und der Borek-Stiftung im Rahmen der Initiative Kunst auf Lager. Es ist Teil der seit 2012 laufenden Neubewertung der konfliktgeschichtlichen Objektbestände im Landesmuseum und  bildet einen weiteren Schritt hin zu einer umfassenden Aufarbeitung der Militaria-Sammlung des Museums.