Von Gold durchwirkten Seidenstoffen bis zu Spitzen - die textilen Objekte erfordern eine besondere Betreuung, da die sensiblen Materialien, die teilweise auch schon durch zahlreiche Hände gingen, sehr anfällig für gefräßige Tierchen und den Zerfall sind.

Ausgewählte aktuelle Projekte der Restaurierungswerkstatt finden Sie hier.

Die Textilrestaurierung

Das Braunschweigische Landesmuseum besitzt eine umfangreiche Sammlung an Militaria und Uniformen, ausgewählten Kleidungsstücken der letzten Braunschweiger Herzogin Victoria Luise sowie Kostüme, Trachten und Fahnen der letzten Jahrhunderte.
Die textilen Fasern unterscheiden sich durch ihre hohe Flexibilität von allen anderen Materialgruppen. Sie reagieren extrem empfindlich auf Licht, Chemikalien und Schmutz. Ihren im Grunde unaufhaltsamen Zerfall kann man oft nur durch Lagerung im Dunkeln und bei konstanter Luftfeuchtigkeit hinauszögern.
Bei der Restaurierung ist zu beachten, dass die Maßnahmen reversibel sein müssen und keine Veränderung der ursprünglichen Haptik und des textilen Falls verursachen dürfen. Deshalb werden nähtechnische Methoden bevorzugt eingesetzt. Nur im Falle des fortgeschrittenen Zerfalls – wenn Nähen unmöglich wird – kommen klebetechnische Verfahren in Betracht. Sie können leicht zu Verhärtungen führen und sind – auch auf Grund des dann bereits sehr schlechten Erhaltungszustandes - nicht reversibel. 
Ein besonderer Schwerpunkt bei der Restaurierung von Textilien liegt auf ihrer Präsentation in Ausstellungen. Wenn sie nicht flach in einer Vitrine ausgelegt werden können, benötigen sie immer individuell angefertigte Stützkonstruktionen und Polster. Diese sollen die Bildung von Falten und Knicken verhindern und die Belastung des Objektes durch sein Eigengewicht verringern, so dass keine Schäden entstehen und sich noch viele Museumsbesucher an den Objekten erfreuen können.