Von Gold durchwirkten Seidenstoffen bis zu Spitzen - die textilen Objekte erfordern eine besondere Betreuung, da die sensiblen Materialien, die teilweise auch schon durch zahlreiche Hände gingen, sehr anfällig für gefräßige Tierchen und den Zerfall sind.

Aktuelle Projekte zur Textilrestaurierung im Braunschweigischen Landesmuseum finden Sie hier.

Nassreinigung einer Spitze
Nassreinigung einer Spitze


Die Textilrestaurierung

Das Herzog Anton Ulrich-Museum besitzt eine bedeutende Sammlung mittelalterlicher Textilien - unter anderem den Kaisermantel Ottos IV., Meßgewänder, Wandteppiche - sowie die 1941 erworbene kostbare Sammlung italienischer, flandrischer und französischer Klöppel- und Nadelspitzen des 16. bis 18. Jahrhunderts.
Die textilen Fasern unterscheiden sich durch ihre hohe Flexibilität von allen anderen Materialgruppen. Sie reagieren extrem empfindlich auf Licht, Chemikalien und Schmutz. Ihren im Grunde unaufhaltsamen Zerfall kann man oft nur durch Lagerung im Dunkeln und bei konstanter Luftfeuchtigkeit  hinauszögern.
Bei der Restaurierung ist zu beachten, dass die Maßnahmen reversibel sein müssen und keine Veränderung der ursprünglichen Haptik und des textilen Falls verursachen dürfen. Deshalb werden nähtechnische Methoden bevorzugt eingesetzt. Nur im Falle des fortgeschrittenen Zerfalls – wenn Nähen unmöglich wird – kommen klebetechnische Verfahren in Betracht. Sie können leicht zu Verhärtungen führen und sind – auch auf Grund des dann bereits sehr schlechten Erhaltungszustandes - nicht reversibel. 
Eine besonderer Schwerpunkt bei der Restaurierung von Textilien liegt auf ihrer Präsentation in Ausstellungen. Wenn sie nicht flach in einer Vitrine ausgelegt werden können, benötigen sie immer individuell angefertigte Stützkonstruktionen und Polster. Diese sollen die Bildung von Falten und Knicken verhindern und die Belastung des Objektes durch sein Eigengewicht verringern, so dass keine Schäden entstehen und sich noch viele Museumsbesucher an den Objekten erfreuen können.