In der Ausstellung "Im Aufbruch. Reformation 1517 - 1617" wurden an drei Standorten die ersten 100 Jahre der Reformation im südöstlichen Teil Niedersachsens lebendig.

Hauptausstellung

Die Zeitreise in sechs Kapiteln startete im Haupthaus mit einem Blick auf die damals vorherrschende Todes- und Endzeitangst, in der die Menschen Halt bei der Kirche suchten. Reliquien- und Heiligenverehrung, Ablass und Wallfahrten boten den Menschen Lösungen. Auf der anderen Seite weiteten Naturwissenschaften, der Humanismus und die einsetzende Globalisierung den Horizont. Auch die Glaubensvorstellungen waren im Umbruch. Erstmals stand man vor der Entscheidung, welcher Konfession man sich anschließt. Das ging nicht ohne Konflikte und löste in Kirche, Kultur, Gesellschaft und Politik tiefe Veränderungen aus. Nicht zuletzt zwischen reformierten, lutherischen und katholischen Herrscherhäusern. Anhand von Objekten aus den eigenen Sammlungen, Leihgaben aus internationalen Museen und zahlreichen Kirchengemeinden wurde die Welt im Aufbruch veranschaulicht.

Hinter Aegidien

Gottschalk Kruse und die Anfänge der Reformation in Braunschweig

Im ehemaligen Kloster St. Aegidien lernten BesucherInnen den Benediktinermönch Gottschalk Kruse kennen, der als Student in Wittenberg Luthers reformatorische Ideen nach Braunschweig brachte und hier als einer der ersten Luthers Lehren in seinen Predigten verbreitete und damit hunderte Neugierige in seinen Bann zog.

Damit lud er den Zorn des altgläubigen Herzogs Heinrich des Jüngeren auf sich und musste außer Landes nach Celle fliehen, von wo aus er an der Einführung der Reformation im Fürstentum Braunschweig-Lüneburg mitwirkte. Gottschalk Kruse verfasste die erste reformatorische Schrift des heutigen Niedersachsens.

St. Ulrici-Brüdern

Von der Klosterkirche der Franziskaner zur lutherischen Pfarrkirche

Die Kirche St. Ulrici-Brüdern spiegelt auf eindrucksvolle Weise den äußeren wie inneren Wandel wider, den die Reformation auslöste. Außerdem setzte von hier aus Johannes Bugenhagen, Freund und Wegbegleiter Martin Luthers, auf Einladung des Stadtrates 1528 die reformatorische Idee in die Praxis um und verfasste die erste lutherische Kirchenordnung. Damit hat Braunschweig Reformationsgeschichte geschrieben.