
- Erweiterungsbau des Herzog Anton Ulrich-Museums
Das Herzog Anton Ulrich-Museum wird saniert: Die erste Etappe der großen Baumaßnahme des Landes Niedersachsen für das Herzog Anton Ulrich-Museum ist abgeschlossen. Das Erweiterungsgebäude, das auf drei Etagen insgesamt knapp 4.000 qm Fläche enthält, wurde im Dezember 2009 fertig gestellt. Damit steht nun genügend Platz zur Verfügung für eine moderne Museumspädagogik, für Depots und Werkstätten, Bibliothek und Kupferstichkabinett, eine komfortable Cafeteria sowie für die Büros der Verwaltung. Errichtet wurde der Erweiterungsbau nach dem in einem Wettbewerb ausgewählten Entwurf von Gerhard Lehmann/Lehmann Architekten Offenburg/Berlin, der ein zeitgemäßes, aber nicht zum parallelen Altgebäude in scharfem Kontrast stehendes Bauwerk schuf. Es erfüllt hervorragend die räumlich-funktionalen Anforderungen des Museums mit einer doppelten Anbindung an das Altgebäude und dem zum Park hin versenkten untersten Geschoss, das nur auf der Seite des Altgebäudes erkennbar wird.
Der Neubau lebt von den zurückhaltenden Kontrasten seiner Materialien: Glas, Aluminium in Anthrazit, Sandsteinsockel und einem äußeren leichten Pfeiler-Umgang in Weiß, der das gesamte Gebäude umschließt. Den Farbklang führt auch die Innenausstattung mit Böden, Wänden, Fußleisten und Treppen fort. So wie auf den näheren Blick der Sandsteinsockel außen einen Bezug zum Altgebäude herstellt, spiegeln auch die Pfeiler des Umganges in ihrem Rhythmus die Achsen des Baues aus dem 19. Jahrhundert. Über eine Terrasse hinweg bleibt dieser vom Park her ebenso in unteren Geschossen sichtbar. In der Dunkelheit erfährt der Neubau durch eine akzentuierende Beleuchtung eine architektonische Betonung.
Der zweite Abschnitt der Baumaßnahme sieht nach dem erfolgten kompletten Ausräumen des Altgebäudes dessen vollständige Renovierung vor. Sie umfasst die Erneuerung der Fenster und Türen, der Sicherungs- und Elektroleitungen und dient mit dem Bau einer Lüftungsanlage und neuem Innenputz der Verbesserung des Klimas. Wand- und Deckeneinbauten des 20. Jahrhunderts werden wieder entfernt, um rund 800 qm zusätzliche Ausstellungsfläche zu schaffen. Dann sind Sonderausstellungen auf bis zu 900 qm möglich. In Zukunft wird das Gebäude des 19. Jahrhunderts in seinen drei Hauptgeschossen also nur noch Ausstellungszwecken dienen. Die Einrichtungsplanung hierfür läuft bereits auf vollen Touren.
Gesamtvolumen: ca. 30 Mio €
Träger: Land Niedersachsen
Vertretung des Bauherren: Staatliches Baumanagement Braunschweig
Architektur Erweiterungsgebäude: Lehmann Architekten, Offenburg
Architektur Sanierung Altgebäude: Kleineberg & Pohl, Braunschweig
Ausstellungsarchitektur: Kuehn Malvezzi GmbH, Berlin
Wissenschaftlicher Beirat:
Dr. Daniel Hess, stv. Generaldirektor, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
Max Hollein, Direktor, Städel Museum, Frankfurt a.M.
Prof. Dr. Bernhard Maaz, Direktor, Gemäldegalerie Alte Meister und Kupferstichkabinett, Dresden
Dr. Axel Rüger, Direktor, Van Gogh Museum, Amsterdam
Dr. Karl Schütz, Direktor i.R., Gemäldegalerie, Kunsthistorisches Museum Wien
Dr. Lorenz Seelig, Landeskonservator i.R., Bayerisches Nationalmuseum, München
Prof. Dr. Dirk Syndram, Direktor, Grünes Gewölbe und Rüstkammer, Dresden