Ein Münzschatz, vergraben aus Angst in gefahrvoller Zeit? Wir wissen es nicht. Doch ist er heute noch so wertvoll wie vor 800 Jahren, aus historischer Sicht.

Objekt: Münzfund Lucklum: Kugeltopf mit profilierter Schulterpartie und 120 Münzen
Fundort: Lucklum/Gemeinde Sickte
Datierung: um 1240
Material: braungraue Irdenware, Silber
Maße: Gefäß Hähe 14 cm, Durchmesser 18 cm

Der Münzschatz von Lucklum

Münzschatz von Lucklum

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten Sammler in Lucklum am Elm einen historisch bedeutenden Münzschatz in einem Kugeltopf. Ursprünglich umfasste der Schatz 1083 Brakteaten, dünne Silbermünzen aus dem 13. Jahrhundert. Fast alle tragen eine Prägung des Herzogs Otto das Kind, dem Enkel Heinrichs des Löwen. Er hatte seit 1227 den gesamten welfischen Besitz gegen zahlreiche Widersacher verteidigt und wurde schließlich 1235 von Kaiser Friedrich II. offiziell mit seinen Erblanden, dem neuen Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, belehnt.

Der Münzschatz ist der einzige Münzfund im niedersächsischen Raum aus dieser Zeit mit einer rein regionalen Währung.

Im Jahre 2011 konnte der Münzschatz gemeinsam mit dem Herzog Anton Ulrich-Museum und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz angekauft werden. Er ist zurzeit in der Sonderausstellung „Tatort Geschichte. 120 Jahre Spurensuche im Braunschweigischen Landesmuseum“ zu sehen.