Die Sammlung an mittelalterlicher Kunst im Herzog Anton Ulrich-Museum umfasst etwa 400 Stück. Herausragende Werke sind im Knappensaal in der Burg Dankwarderode ausgestellt. Neben dem Original Braunschweiger Löwen (1160er Jahre) sind auch der Kaisermantel Ottos IV. (um 1200) sowie ein bedeutendes Evangeliar (1160/80) präsentiert. Weitere besondere Stücke ergänzen den Blick auf die mittelalterliche Welt.

Armreliquiar des Heiligen Blasius, um 1040/1050, H 51,3 cm, Goldblecht über Holzkern, Perlen, Edelsteine, Inv. MA 60
Armreliquiar des Heiligen Blasius, um 1040/1050, H 51,3 cm, Goldblecht über Holzkern, Perlen, Edelsteine, Inv. MA 60

Die Mittelalter Sammlung umfasst herausragende Werke und Zeugnisse der vergangenen Zeit.
So ist der Blasiusarm aus dem Welfenschatz das älteste erhaltene Armreliquiar überhaupt, der Kaisermantel Ottos IV. verkörpert einzigartig den Machtanspruch des einzigen Welfen auf dem Kaiserthron, der Sattel aus Beinplatten aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts gehört in eine Gruppe von nur 22 erhaltenen Sätteln dieser Art - und ist bereits zum Ende des 17. Jahrhunderts in den Sammlungen belegt. Der Braunschweiger Burglöwe, der als eine der ältesten erhaltenen Großbronzen des Mittelalters in Deutschland gelten kann, bildet den herausragenden Mittelpunkt der Sammlung seit 1989, als das Original nach aufwendiger Restaurierung in die Burg Dankwarderode gebracht wurde. Zahlenmäßig überwiegen Kunstwerke aus dem Braunschweiger Umland und Niedersachsen, die im 19. Jahrhundert, häufig als Stiftungen oder zur "Aufbewahrung", an das Museum gegeben wurden. Einen bedeutenden Zuwachs stellen die in St. Martini 1836 entdeckten und an das Museum gegebenen Paramente dar, die den wesentlichen Bestandteil der Sammlung der mittelalterlichen Textilien darstellen.

Braunschweiger Löwe, 1160er Jahre, Bronzehohlguss, H 178 cm, B 64 cm, L 280 cm
Kästchen aus Knochen, sog. Runenkästchen, spätes 8. Jh., Walknochen geschnitzt, Bronze gegossen, punziert und graviert, H 12,6 cm, B 12,6 cm, T 6,8 cm, Inv. MA 58
Kästchen aus Knochen, sog. Runenkästchen, spätes 8. Jh., Walknochen geschnitzt, Bronze gegossen, punziert und graviert, H 12,6 cm, B 12,6 cm, T 6,8 cm, Inv. MA 58