Der wertvollste Gegenstand der Abteilung Angewandte Kunst ist das aus den herzoglichen Sammlungen stammende Gefäß aus Medici-Porzellan.

Väschen, Höhe 17 cm, Medici-Porzellan, Florenz, um 1575/80, Inv. Nr. Maj 53

Medici-Porzellan

Eines der bedeutendsten Werke der Abteilung Angewandte Kunst ist das aus den herzoglichen Sammlungen stammende Gefäß aus Medici-Porzellan. Es entstand um 1575/80 in den Werkstätten des Großherzog Francesco I. de' Medici (1574-1587), wo man zu dieser Zeit das ehrgeizige Ziel verfolgte, eine dem chinesischen Porzellan ebenbürtige Töpferware herzustellen. Die dabei erzielten Ergebnisse unterscheiden sich allerdings deutlich vom Porzellan, denn sie enthalten einen relativ großen Anteil an glashaltigen Substanzen. Das Braunschweiger Gefäß ragt unter den heute rund 60 noch erhaltenen Stücken der Medici-Porzellane besonders heraus, weil es im Unterschied zu den allermeisten anderen mehrfarbig bemalt ist. Ein vergleichbares Exemplar besitzen lediglich das British Museum und ein Privatsammler. In der umlaufend auf dem Gefäßkörper dargestellten Landschaft erscheint ein kastellartiges Gebäude, das an die Engelsburg in Rom erinnert. Das Gefäß hatte ursprünglich die Form einer Vase. Nachdem die Enden der Henkel abgebrochen waren, gestaltete man es zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch das Anbringen der vergoldeten Silberapplikationen zu einer Gießkanne um. Sie dokumentieren die von Anfang an bestehende große Wertschätzung des Gefäßes.