Wussten Sie, dass man für den letzten Lackanstrich bei japanischen Lackkunstwerken auf die See fährt, um Staub zu vermeiden?Kennen Sie Schildpatt? Wussten Sie, dass es ein beliebtes Dekorationsmaterial für fürstliche Möbel des Barocks ist?Nur was man weiß, erkennt man, und nur was man erkennt, kann man auch konservieren und restaurieren!

 

Niederlegen von aufstehenden Lackschollen an einem chinesischen Lackkabinett
Niederlegen von aufstehenden Lackschollen an einem chinesischen Lackkabinett

Lackkunst aus Japan und China sowie Möbel aus der herzoglichen Sammlung bilden den Schwerpunk der Arbeiten im Restaurierungsatelier für Lack- und Möbelrestaurierung.
Das Wissen um die Konservierung dieser sehr komplexen ostasiatischen Lackkunstwerke und der herausragenden Möbelkunst ist durch ein Restaurierungsstudium und die Spezialisierung u.a. bei japanischen Lackmeistern im National Research Institute for Cultural Properties / Tokyo ermöglicht worden.
Tatsächlich aber umfasst das Aufgabengebiet des Ateliers, dessen Personal aus einer festangestellten Diplom-Restauratorin FH besteht, weit mehr als nur die Lack- und Möbelsammlung. Zum Zuständigkeitsbereich gehören auch die Kunstwerke aus organischen Materialien wie Elfenbein, Bernstein, Holz, Perlmutt, Schildpatt, Lack, Stroh, Kork usw. Zudem werden im Sinne der Präventiven Konservierung die Antikensammlung, die Bronzensammlung, die Sammlung der Ostasiatika und der übrigen Außereuropäischen Kunst sowie die Gemmen-, Stein- und Gipssammlung mitbetreut. Dieser Bereich umfasst nicht nur über 6000 Kunstwerke, sondern auch eine Zeitspanne von über 3000 Jahren Kunst.
Da die 1998 begründete Werkstatt das jüngste von den drei Restaurierungsateliers des Herzog Anton Ulrich-Museums ist, gibt es hier viel zu tun!