Rembrandt van Rijn, Selbstbildnis mit Saskia, 1636, Radierung, 104 x 95 mm (Platte), Inv. Nr. 5374
Rembrandt van Rijn, Selbstbildnis mit Saskia, 1636, Radierung, 104 x 95 mm (Platte), Inv. Nr. 5374

Das Kupferstichkabinett

Die Sammlung der Druckgraphik und Handzeichnungen im Herzog Anton Ulrich-Museum gehört zu den bedeutenden graphischen Sammlungen Europas. Der Bestand an Druckgraphik umfaßt etwa 145.000 Blatt. Die Sammlung der Handzeichnungen läßt sich auf knapp 10.000 Werke beziffern. Daneben werden im Kupferstichkabinett mehr als 1.000 illustrierte Bücher bewahrt, vor allem Prachtwerke aus Renaissance und Barock. Der Schwerpunkt liegt auf den graphischen Künsten Europas vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart. Am besten sind die niederländischen und deutschen Schulen vertreten, gefolgt von der Graphik Italiens, Frankreichs, Englands und – im Bereich des 20. Jahrhunderts – Nordamerikas. Ein kleinerer Bestand ostasiatischer Werke enthält u. a. eine Kollektion japanischer Farbholzschnitte. Das Fundament der Sammlung bilden die Werke des 15. bis 18. Jahrhunderts. Doch wird im Kupferstichkabinett – anders als in den Sammlungen der Gemälde, Skulpturen und des Kunsthandwerks – auch und mit besonderer Intensität Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts gesammelt.

Studiensaal

Über eigene Räumlichkeiten verfügte das Kupferstichkabinett seit dem 1765 erfolgten Umzug des Herzoglichen Kunst- und Naturalienkabinetts in das Zeughaus. Im 1887 eröffneten Museumsneubau wurde das Kupferstichkabinett in drei Südkabinetten des ersten Obergeschosses eingerichtet. Von 1977 bis 2009 nahm es einen mit Depotempore ausgestatteten Saal des Erdgeschosses ein. Seit 2010 findet man das Kupferstichkabinett im Museumsanbau, wo ausreichender Raum für die Deponierung, die Konservierung und das Studium der graphischen Sammlung zur Verfügung steht.

Aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit dürfen Kunstwerke auf Papier nur kurze Zeit bei gedämpftem Licht gezeigt werden. Im Studienraum werden jedem Besucher die gewünschten Werke zur individuellen  Betrachtung vorgelegt. Ergänzend werden öffentliche Graphikbetrachtungen unter wissenschaftlicher Leitung angeboten, vielfältige Veranstaltungen für geschlossene Gruppen (nach Anmeldung) und die Begutachtung graphischer Werke (ohne Wertschätzung, nach Anmeldung). Regelmäßige Graphikausstellungen aus eigenem Bestand bieten zwanglose Gelegenheit, Werke der graphischen Sammlung in größeren Zusammenhängen kennenzulernen oder wiederzusehen. Dafür wird nach der Eröffnung des generalsanierten Altgebäudes zusätzlich ein spezifisch für diesen Zweck eingerichteter Saal zur Verfügung stehen.

 

Besuchszeiten:
Ein Besuch des Kupferstichkabinetts ist nach vorheriger Anmeldung unter Tel (0531) 1225 2410 möglich.