Faszinierende Vielfalt

Die Insekten haben wie keine andere Tiergruppe eine enorme Arten- und Formenfülle hervorgebracht. Im Insektensaal erhält der Besucher einen Einblick in diese Fülle von Anpassungen mit denen die Insekten nahezu jeden erdenklichen Lebensraum erobert haben.

Ihr Grundbauplan ist immer gleich. Dennoch wurden im Laufe der Stammesgeschichte die Mundwerkzeuge, Beine oder Flügel der Insekten in mannigfacher Weise umgeformt, sodass verschiedenartige Werkzeuge für die Nutzung verschiedener Nahrungsquellen und zur Fortbewegung bei ihnen vorkommen. Mit den Flügeln, Beinen oder Mundwerkzeugen können Insekten aber auch Laute erzeugen. Ihr hartes Außenskelett, der Chitinpanzer, eignet sich – durch Reibung seiner Teile aneinander – besonders zur Schallerzeugung.

Insekten im Wald
Insekten spielen im Stoffkreislauf des Waldes eine bedeutende Rolle. Sie fressen Blätter und Nadeln und helfen beim Abbau alten Holzes. Bei Massenvermehrungen können aber auch bedeutende Schäden entstehen. Besonders bekannt ist der Buchdrucker mit dem charakteristischen Fraßbild seiner Larven unter der Rinde. Zu den Nützlingen zählt die Kleine Rote Waldameise. Ein naturgetreues Modell einer Nestanlage zeigt in originaler Größe den Hügel, das Erdnest, den Sandauswurf am Hügelrand und den typischen Fichtenstock im Zentrum.

Insekten der Wasseroberfläche
Die Wasseroberfläche stellt einen Lebensraum ganz besonderer Art dar. Durch die Oberflächenspannung des Wassers entsteht ein sogenanntes Oberflächenhäutchen, das für geringe Gewichte tragfähig ist. Bekannt sind vor allem Wasserläufer, Rückenschwimmer und Taumelkäfer. Sie werden in 40-fach vergrößerten Modellen gezeigt, die eigens im Museum angefertigt wurden.

Verständigung bei sozialen Insekten
Die Honigbiene ist das Musterbeispiel für Verständigung im Tierreich überhaupt. Im Laufe der Stammesgeschichte hat sich bei ihr eine Tanzsprache entwickelt, mit der Stockgenossinnen zu einem entfernten Ziel geschickt werden können - eine Verständigungsleistung, wie sie von keiner anderen Tierart erreicht wird. Die 1977 im Museum entwickelte Braunschweiger Bienentanzuhr ermöglicht es auf einfache Weise den Schwänzeltanz zu verstehen und die Lage der Futterquelle, die eine tanzende Biene anzeigt, auf einem Stadtplan ausfindig zu machen.