Albrecht Dürer, (1471-1528) Der verlorene Sohn, um 1496, Kupferstich, Frühdruck, 246 x 188 mm (Blatt), Inv. Nr. 3940

Geschichte

Das Kupferstichkabinett wurde als Teil des 1754 eröffneten "Herzoglichen Kunst und Naturalienkabinetts" durch Herzog Carl I. zu Braunschweig und Lüneburg (1713 - 1780) gegründet. Dies geschah zunächst durch Überweisungen aus älteren herzoglichen Graphiksammlungen, wie der Bibliothek von Herzog August d. J. in Wolfenbüttel und den Sammlungen der Herzöge Anton Ulrich, Ferdinand Albrecht, Ludwig Rudolph und der Herzogin Elisabeth Sophie Marie. Daneben entfaltete Carl eine rege Ankaufstätigkeit, wobei der Produktion zeitgenössischer Kupferstecher aus Deutschland, England und Frankreich sein besonderes Interesse galt. Carls Sohn Carl Wilhelm Ferdinand war der letzte herzogliche Sammler. Ihm ist beispielsweise die zehnbändige Piranesi-Ausgabe zu verdanken, die er 1766 auf seiner Kavalierstour vom Vatikan als Geschenk erhalten hatte.

Einen gewichtigen Zuwachs an Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts brachte 1910 das Vermächtnis des bedeutenden braunschweigischen Graphiksammlers August Vasel. Unter seinen 10.000 Blättern höchster Qualität befinden sich die komplette "Iconographie" Van Dycks, das Gesamtwerk Chodowieckis und ausgesuchte Beispiele des Farbendrucks. 1928 wurde dem Kupferstichkabinett die Graphiksammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel überwiesen, die ebenfalls ca 10.000 Blatt Druckgraphik umfaßt. Dieser Bestand enthält zahlreiche Unica (in nur jeweils einem einzigen Abdruck erhaltene Werke) und Rarissima (sehr seltene Blätter) der Renaissancegraphik, wie die 86 Probedrucke von Altdorfers und Burgkmairs "Triumphzug Maximilians". Aus Wolfenbüttel kamen auch 1.000 Zeichnungen, darunter zahlreiche Goldschmiedeentwürfe des 16. Jahrhunderts und die Zeichnungen des Landschaftsmalers Pascha Johann Friedrich Weitsch.