Landesgeschichte seit mehr als 120 Jahren

Ein Aufruf, Erinnerungsstücke zum 75. Todestag des Braunschweigischen Herzogs Friedrich Wilhelm 1890 zusammen zu tragen, war die Grundlage für eines der größten historischen Museen Deutschlands.

1891 Gründung des Vaterländischen Museums

1906 erste Ausstellung in den neuen Räumlichkeiten Hinter Aegidien

1935 Verstaatlichung durch die Nationalsozialisten

1959/60 Wiedereröffnung nach dem Krieg, Umzug der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung in die ehemalige Kanzlei Wolfenbüttel

1968 Eröffnung des Bauernhausmuseums in Bortfeld

1985 Verlegung des Haupthauses ins Vieweghaus am Burgplatz, Umbenennung in Braunschweigisches Landesmuseum

1996 Neue Dauerausstellung zur Ur- und Frühgeschichte in Wolfenbüttel

2007 Gründung der 3landesmuseen mit dem Herzog Anton Ulrich-Museum und dem Staatlichen Naturhistorischen Museum in Braunschweig

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Präsentation in der Aegidienhalle um 1910

Die Gründung des Vaterländischen Museums, heute Braunschweigische Landesmuseum, ging von der Idee aus, zum 75. Todestag von Herzog Friedrich Wilhelm 1890 eine Gedenkausstellung zu zeigen. Die Resonanz auf den Aufruf, Erinnerungsstücke aus dieser Zeit zur Verfügung zu stellen, war dermaßen groß, dass man beschloss, die Objekte zusammen zu halten. Das Museum zog in das ehemalige Paulinerkloster am Bohlweg, das zuvor durch das Herzog Anton Ulrich-Museum genutzt worden war. Doch als die Gebäude einem Neubau für das Braunschweigische Staatsministerium weichen sollte und das Museum heimatlos zu werden drohte, fand man neue Räumlichkeiten im ehemaligen Aegidienkloster und der Kirche. Bereits 1902 fand eine Ausstellung in der Aegidienhalle statt.

Im Jahre 1906 bezog das Vaterländische Museum seine neuen Räumlichkeiten. Professor Karl Steinacker, der erste hauptamtliche Leiter des Museum, sprach, die Gebäude selbst seien „der eindruckvollste Sammlungsgegenstand des Museums“. 

In den Klosterräumen und der Aegidienkirche fanden nun Dauer- und Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen der Braunschweigischen Landesgeschichte statt.

Doch besonders nach dem Krieg konnten die Räume den wachsenden Platzbedarf des Museums nicht decken, bereits Museumsdirektor Dr. Rolf Hagen bemühte sich um Alternativen. Nach einer langen Umbauphase zog das Museum schließlich 1985 in das großzügigere ehemalige Viewegsche Verlagshaus am Burgplatz um.

Im ehemaligen Evangelischen Vereinshaus ist weiterhin das Jüdische Museum untergebracht.

Heute ist das Braunschweigische Landesmuseum das einzige historische Museum in Trägerschaft des Landes Niedersachsen. Mit seinen vielfältigen Sammlungsbeständen und der Gesamtausstellungsfläche in vier Häusern zählt es zu den größten historischen Museen Deutschlands.