
- Präsentation in der Aegidienhalle um 1910
Die Gründung des Vaterländischen Museums, heute Braunschweigische Landesmuseum, ging von der Idee aus, zum 75. Todestag von Herzog Friedrich Wilhelm 1890 eine Gedenkausstellung zu zeigen. Die Resonanz auf den Aufruf, Erinnerungsstücke aus dieser Zeit zur Verfügung zu stellen, war dermaßen groß, dass man beschloss, die Objekte zusammen zu halten. Das Museum bezog zunächst die ehemaligen Räume des Herzoglichen Museums (heute Herzog Anton Ulrich-Museum) am Hagenmarkt. Später zog es in das ehemalige Paulinerkloster am Bohlweg. Doch als die Gebäude einem Neubau für das Braunschweigische Staatsministerium weichen sollte und das Museum heimatlos zu werden drohte, fand man neue Räumlichkeiten im ehemaligen Aegidienkloster und der Kirche. Bereits 1902 fand eine Ausstellung in der Aegidienhalle statt.
Im Jahre 1906 bezog das Vaterländische Museum seine neuen Räumlichkeiten. Professor Karl Steinacker, der erste hauptamtliche Leiter des Museum, sprach, die Gebäude selbst seien „der eindruckvollste Sammlungsgegenstand des Museums“.
In den Klosterräumen und der Aegidienkirche fanden nun Dauer- und Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen der Braunschweigischen Landesgeschichte statt.
Doch besonders nach dem Krieg konnten die Räume den wachsenden Platzbedarf des Museums nicht decken, bereits Museumsdirektor Dr. Rolf Hagen bemühte sich um Alternativen. Nach einer langen Umbauphase zog das Museum schließlich 1985 in das großzügigere ehemalige Viewegsche Verlagshaus am Burgplatz um.
Im ehemaligen Evangelischen Vereinshaus ist weiterhin das Jüdische Museum untergebracht.
Heute ist das Braunschweigische Landesmuseum das einzige historische Museum in Trägerschaft des Landes Niedersachsen. Mit seinen vielfältigen Sammlungsbeständen und der Gesamtausstellungsfläche in vier Häusern zählt es zu den größten historischen Museen Deutschlands.