Das Herzog Anton Ulrich-Museum

Das Herzog Anton Ulrich-Museum ist eines der ältesten Kunstmuseen Europas.  Der Name erinnert an Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg. Er erwarb den bedeutendsten Teil der hochrangigen Bestände: die wertvollsten Gemälde - darunter Bilder von Giorgione, Rubens, Rembrandt und Jan Vermeer van Delft - die größte Sammlung italienischer Majolika-Keramik nördlich der Alpen, die über zweihundert Exemplare französischer Emailmalerei und die beachtliche Kollektion ostasiatischer Kunstwerke.

 

Hyazinthe Rigaud, Bildnis Herzog Anton Ulrich, vor 1704, Leinwand, Inv. GG 528
Hyazinthe Rigaud, Bildnis Herzog Anton Ulrich, vor 1704, Leinwand, Inv. GG 528

Diese Schätze befinden sich seit über 300 Jahren in Braunschweig. Anton Ulrich bewahrte sie seit Ende des 17. Jahrhunderts  in seinem Lustschloss Salzdahlum. Sein Großneffe Herzog Carl I. eröffnete 1754  in Braunschweig das "Kunst- und Naturaliencabinett", das erste öffentlich zugängliche Museum des Kontinents - zeitgleich mit dem British Museum in London (1753, eröffnet 1759). Dort wurden von nun an die Bronzestatuetten, die Kunstkammerobjekte, die Kunstmöbel, die Elfenbeinschnitzereien, die Antiken, die Majoliken, Emails und Ostasiatika ausgestellt. Die Gemälde blieben jedoch bis zu Napoleons Zeiten in der Salzdahlumer Galerie. Carl bereicherte diese vor allem um niederländische Landschaften und Stillleben und gründete das Kupferstichkabinett. Als 1811 das baufällige Schloss in Salzdahlum abgerissen wurde, kamen auch die Bilder nach Braunschweig.

Aussenansicht Herzog Anton Ulrich-Museum
Aussenansicht Herzog Anton Ulrich-Museum

Nachdem bereits die Herzöge Anton Ulrich und Carl I. mittelalterliche Kunstwerke erworben hatten, gelangte seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkt mittelalterliche Kunst aus Kirchen des Braunschweiger Landes in das Museum. So entstand die kostbare Mittelaltersammlung, verwahrt in der Burg Dankwarderode. Zudem wurden Fürstenberger Porzellane aus der landeseigenen Manufaktur,  wie auch im 20. Jahrhundert eine reiche Spitzensammlung, angekauft. In den letzten 20 Jahren konnten u.a. bedeutende Gemälde aus dem 15. Jahrhundert, ein Selbstbildnis von Ludger tom Ring d. J. und herausragende graphische Künstlerselbstbildnisse der Moderne erworben werden. Gerade im Bereich der Graphik wurden dem Museum bedeutende Privatsammlungen überlassen, u.a. seit 1996 die Sammlung Hausmann (Aquarelle und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts).
Im Jahr 2008 wurde der Grundstein für eine Erweiterung gelegt. Seit Frühjahr 2010 steht der neue Funktionsbau mit Depots, Bibliothek, Kupferstichkabinett Werkstätten und Verwaltung zur Verfügung. Das historische Haupthaus, errichtet 1884-87, wurde zwischen 2013 und 2016 auf den Ursprungszustand zurückgebaut und nach der Renovierung mit moderner Ausstellungstechnik ausgestattet.
Die feierliche Neueröffnung fand am Samstag, den 22. Oktober 2016, in Anwesenheit von Ministerpräsident Stephan Weil, der Niedersächsischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajic sowie des Niedersächsischen Finanzministers Peter-Jürgen Schneider statt.