In der Gemälderestaurierungswerkstatt wird die Sammlung der rund 1400 Gemälde aus der Zeit des Mittelalters bis ins 19. Jahrhundert betreut. Die Kunstwerke wurden auf unterschiedlichen Bildträgern wie Holz, Leinwand und Kupfer gemalt.

Das neue Gemälde-Depot

Die Gemälderestaurierung hat innerhalb des Hauses die längste Tradition. Damals wie heute zählen das Bewahren und Bearbeiten der Gemälde zu den Hauptaufgaben der beiden derzeitigen Restauratorinnen.
Seit vielen Jahrzehnten bildet auch die naturwissenschaftliche Erforschung des Bestandes einen weiteren Schwerpunkt. Die technisch gut ausgestattete Werkstatt verfügt unter anderem über eine spezielle Infrarotanlage. Untersuchungen hiermit geben beispielsweise wichtige Hinweise zum Entstehungsprozess, zur Zuschreibungsfrage und zum Erhaltungszustand eines Gemäldes.

Aktuelle Aufgaben

Im Zuge der Galerieneueinrichtung liegt der derzeitige Fokus auf der Bearbeitung einzelner, ausgewählter Objekte. Parallel hierzu werden fortlaufend Gemälde für eigene und fremde Sonderausstellungen vorbereitet.

Restaurierungsarbeiten Arbeit an dem Objekt

Alvaro di Piero: Klappretabel, Inv. Nr. 6

1434 schuf der portugiesische Künstler mit dem kleinen Klappaltar sein spätestes signiertes Werk. Die vorderseitige Darstellung des geöffneten Altars mit biblischen Szenen fand von je her besondere Beachtung, die Rückseite dagegen führte eher ein Schattendasein. Keine figürliche Ausmalung ziert die Rückseite, jedoch ein Muster in Form einer Marmorierung, die das Material Stein imitiert.
Die Farbfläche ist hier nicht mehr vollständig erhalten und von einigen Gebrauchsspuren gekennzeichnet. Es ist erstaunlich wie viel Substanz trotz der Geringschätzung über die lange Zeit erhalten blieb.
Die Farbfläche wurde bereits gefestigt, und wird im nächsten Schritt in den Bereichen der Aussprünge und Farbverluste ergänzt. Dies geschieht, anders als sonst, mit nur einem Farbton, der so genannten Neutralretusche, so dass das hohe Maß an Originalsubstanz erkennbar bleibt.
Erstmalig soll nun dieses Werk in der neuen Dauerausstellung all umsichtig gezeigt werden.

 

Arbeit an dem Objekt Jan Victors "David wird von Samuel gesalbt" mit dem Stereomikroskop

Jan Victors: David wird von Samuel gesalbt, Inv. Nr. 255

Das großformatige Gemälde „David wird von Samuel gesalbt“, von dem holländischen Künstler und Rembrandtschüler Jan Victors, entstand im Jahr 1653 und gehört schon seit 1710 zum Sammlungsbestand des Museums.
Im Hinblick auf die Neueinrichtung der Gemäldegalerie wird das Leinwandgemälde momentan umfassend konserviert und restauriert. Aufgrund der Größe erfolgt die Untersuchung und Bearbeitung von einer mobilen Arbeitsbühne aus, die sich über dem liegenden Gemälde befindet und von der aus auch die Bildmitte gut erreicht werden kann.
Die bisherige Untersuchung mit dem Stereomikroskop ergab, dass die Malschicht in vielen Bereichen eine unzureichende Haftung zum Untergrund aufweist und gefestigt werden muss, um Verlusten vorzubeugen. Das Konzept sieht weiterhin vor, die stark verstaubte und verschmutze Oberfläche zu reinigen, um den Gesamteindruck der Darstellung zu optimieren. Zahlreiche störende Kratzer und Bereibungen in der Firnisschicht (Schlussüberzug) werden behandelt und verfärbte, alte Retuschen (farbliche Ergänzungen) angeglichen. Darüber hinaus wird der Zierrahmen des Gemäldes modifiziert werden, um eine bestmögliche Einrahmung des Gemäldes sowie eine optimale Präsentation in den neuen Galerieräumen zu gewährleisten.