
Dr. Heike Pöppelmann
Hinter Aegidien, Braunschweig
Klöster üben bis heute eine große Faszination
aus. Als Orte der Ruhe und Stille bilden sie einen
starken Kontrast zur lauten, hektischen Welt
unseres Alltags, zum immer-schneller-höherweiter
der Moderne. Die puristische, funktionale
Architektur fasziniert und regt uns an zum Nachdenken über die Menschen, die hier einmal lebten.
Die Räume des ehemaligen Aegidienklosters aus dem 12. Jahrhundert sind eines der ältesten Bauten in Braunschweig. Mehr als 400 Jahre lebten hier Benediktinermönche in einer klösterlichen Gemeinschaft. Seit der Reformation wechselten die Bewohner mehrmals, zunächst bewohnten die Konventualinnen eines evangelischen Frauenstifts die Klosterräume. Doch 1832 baute die
Landesregierung die Gebäude zu einem Gefängnis um, dessen Innenhof als Hinrichtungsstätte für die verurteilten Gefangenen diente.
Als schließlich 1906 das Braunschweigische Landesmuseum in das Gebäude einzog, wurden die Räume als Ausstellungsort für Dauer- und Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen genutzt. Die neue Ausstellung widmet sich ganz den Räumen und ihrer wechselvollen Geschichte.
Sie sind das eigentliche Ausstellungsstück, das mit Licht und Lichteffekten behutsam in Szene gesetzt wird.