Zwischen Macht und Frömmigkeit: Die Celler Schlosskapelle – ein ‚Gesamtkunstwerk‘ der Reformationszeit

04. Oktober 19:00  - 20:00 Uhr

Vortrag von Juliane Schmieglitz-Otten

Ort: Braunschweigisches Landesmuseum, Burgplatz 1, 38100 Braunschweig

Die Celler Schlosskapelle zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der Renaissancekunst in Norddeutschland. Der bereits im 15. Jahrhundert gegründete Sakralbau wurde bald nach der Reformation, zwischen 1565 und 1576, im Auftrag des Welfenherzogs Wilhelm des Jüngeren völlig neu ausgestattet. Die Altarflügel zeigen die imposanten Bildnisse des Stifters und seiner Gemahlin Dorothea von Braunschweig-Lüneburg.  

Heute gilt die Celler Hofkapelle als einziger fast vollständig erhaltener Kirchenraum Deutschlands aus  frühprotestantischer Zeit. Ihre Ausstattung, die Malerei, kunstvolle Steinmetzarbeiten sowie diverse Dekorationselemente umfasst,  hat keine Verluste während der vergangenen Jahrhunderte erlitten und nur wenige Veränderungen erfahren.  Ein Großteil der Gemälde stammt aus der Werkstatt des bedeutendsten Antwerpener Renaissancemalers, Marten de Vos.

Der aus konservatorischen Gründen nur durch eine Glasscheibe zu betrachtende Raum steht in diesem Jahr im Mittelpunkt einer Sonderausstellung des Residenzmuseums im Celler Schloss, wo er derzeit in 3 D-Präsentationen zu erleben ist.    

Juliane Schmieglitz-Otten, Historikerin und Leiterin des Residenzmuseums im Celler Schloss, führt anhand von beeindruckenden Bildern des Fotografen Ulrich Loeper in die Geschichte und in die Schönheit dieses einzigartigen Raumes ein und wird seine Bedeutung sowohl für die welfische Residenzgeschichte als auch für die Reformationszeit darstellen.