"Viel des Unheimlichen ist, doch nichts ist unheimlicher als der Mensch" - Luthers Wiederentdeckung der Freiheit

15. November 19:00  - 20:00 Uhr

Refrent: Dr. Wilfried Theilemann

Musikalische Begleitung: LKMD Claus-Eduard Hecker, Ulrike Hecker

Veranstaltungsort:
Dom St. Blasii, Domplatz 5, 38100 Braunschweig

Eintritt frei

Martin Luther brachte die fundamental christliche Wahrheit für den Menschen neu zur Sprache. Bereits die antike Tragödie sprach vom „Unheimlichen“ im Menschen, die Luther als den Missbrauch von Freiheit betrachtete. Indem der Mensch nur auf die eigene Macht setze, missachte er seine Natur und arbeite so im Endeffekt gegen sich selbst. Aus diesem Widerspruch, so Luther, könne er sich nicht selbst befreien, dies vermöge nur das Evangelium.

Mit dem Aufkommen der Aufklärung wird Luthers Einsicht wieder verdrängt. Der Mensch setzte nun allein auf die Vernunft als Bestimmungsmacht von Wissen und Handeln. Das Evangelium hatte keine entscheidende Relevanz mehr. Doch scheint das „Unheimliche“ im Menschen bis heute erschreckend wirksam zu sein. Im Vortrag wird erneut die Frage nach der Befreiung des Menschen gestellt, wie auch Luther sie formulierte.