Judentum und Gender. Perspektiven des liberalen Judentums

01. März 18:00  - 19:00 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Ursula Rudnick

Ort: Burgplatz 1, 38100 Braunschweig
Tel (0531) 1215-0, info.blm(at)3landesmuseen.de

Die allermeisten Gebote der jüdischen Tradition gelten gleichermaßen für Frauen und Männer. Es gibt jedoch Gebote, die nur für Männer und Gebote, die nur für Frauen gelten. So sind Frauen z.B. anders als Männer nicht dazu verpflichtet, zu festen Zeiten zu beten. Die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, regelt diese Fragen. In den verschiedenen Strömungen lässt sich – seit dem 19. Jahrhundert -  ein sehr unterschiedlicher Umgang mit der Halacha, insbesondere in Bezug auf Fragen von Gender, beobachten. Im Liberalen Judentum gibt es Stimmen, die von einem post-halachischen Zeitalter sprechen, andere halten an der Relevanz der Halacha fest. Halacha wird hier nicht als ein Hindernis von Gendergerechtigkeit gesehen. Das  Konservative Judentum sieht grundsätzlich die Möglichkeit Halacha und Gendergerechtigkeit miteinander zu verbinden, da Halacha als flexibel und wandelbar begriffen wird. Sowohl im Liberalen und auch im konservativen Judentum werden Frauen als Rabbinerinnen und Kantorinnen ordiniert.  Im orthodoxen Judentum gibt es Stimmen, die die Unveränderbarkeit von Halacha betonen. Zugleich gibt es in der Orthodoxie Positionen, die Veränderungen in Bezug auf die Fragen von Gender innerhalb des halachischen Rahmens für möglich halten und sie zu verwirklichen suchen. Die Referentin Prof. Dr. Ursula Rudnick beschreibt die Auswirkungen der jeweiligen halachischen Konzeption auf das Verständnis von Gender.

Apl. Prof. Dr. Ursula Rudnick ist Theologin und Judaistin. Sie promovierte am Jewish Theologcial Seminary of America in New York. Ursula Rudnick lehrt an der Leibniz-Universität Hannover und ist Beauftragte für das christlich-jüdische Gespräch im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.