Erste Sonderausstellung "Dürer, Cézanne und Du. Wie Meister zeichnen"

Am 6. April 2017 zogen meisterhafte Zeichnungen aus 6 Jahrhunderten in die neuen Sonderausstellungsräume des im Oktober eröffneten Herzog Anton Ulrich-Museums ein.

Im "Zeichenlabor" der Ausstellung konnten Besucherinnen und Besucher sogar selbst zu Zeichenkünstlern werden und sich dabei von mehr als 100 Kunstwerken vom Mittelalter bis zur Gegenwart inspirieren lassen.

 

Laufzeit

6. April - 16. Juli 2017

Öffnungszeiten

Di - So von 11 bis 18 Uhr

Eintritt

Erwachsene 9 €, ermäßigt 7 €
Kinder (6-17 Jahre) 2 €
Familienkarte I (1 Erw. + max 3 Kinder)  11 €
Familienkarte II (2 Erw. + max 3 Kinder) 18 €

Jupiter und Neptun, Giorgio Vasari (1511-1574), 1557/58

Erste Sonderausstellung "Dürer, Cézanne und Du. Wie Meister zeichnen"

Die erste große Sonderschau in den stark erweiterten Ausstellungssälen bot einen Überblick über die Höhepunkte und die Vielseitigkeit gezeichneter Kunst. Der Bogen spannte sich über die verschiedenen europäischen Kunstlandschaften und Epochen, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Vertreten waren Meister von Albrecht Dürer über Caspar David Friedrich bis Paul Klee.

Gezeigt wurden mehr als 100 herausragende Meisterwerke. Außerdem konnten Besucherinnen und Besucher im „Labor der Zeichnung“  ihre eigenen Zeichenkünste erproben und sich von der Tradition des Zeichenstudiums von der Renaissance bis heute inspirieren lassen. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig wurde die Ausstellung hier zur Zeichenakademie.

Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606-1669), Studie eines sitzenden Hundes, um 1637, Foto: Herzog Anton Ulrich-Museum

Neuer Rembrandt wurde erstmals präsentiert!

Die kleine Skizze eines Hundes von Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606-1669) wurde in der Sonderausstellung zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Weltweit gibt es nur wenige Rembrandt-Zeichnungen von Tieren. Vom 6. April bis zum 16. Juli 2017 konnten Besucher eine davon in der Ausstellung "Dürer, Cézanne und Du. Wie Meister zeichnen" betrachten.

Die Kreidezeichnung, die bereits seit den 1770er Jahren im Bestand des Museums ist, wurde bis vor kurzem dem deutschen Tiermaler Johann Melchior Roos (1663-1731) zugeschrieben.  Bei einer systematischen Digitalisierung von 10.000 Zeichnungen fiel dem Leiter des Kupferstichkabinetts, Prof. Dr. Thomas Döring, die an Rembrandt erinnernde Zeichnung besonders auf.

Nach eingehenden Recherchen, darunter mikroskopische Untersuchungen, das Studium von vergleichbaren Originalen Rembrandts und Konsultationen mit internationalen Autoritäten der Rembrandt-Forschung publizierte Döring die Zeichnung als eigenhändiges Werk Rembrandts, entstanden um 1637, in der renommierten Fachzeitschrift „Master Drawings“ (Jg. 44, Nr. 3, 2016, S. 369-378). Die Neuzuschreibung wurde von renommierten Rembrandt-Forschern durchweg postiv aufgenommen und anerkannt. Demnächst wird die Zeichnung in das neue Rembrandt-Werkverzeichnis aufgenommen.