Grabungen an der sogenannten Hünenburg in Watenstedt, Kreis Helmstedt, liefern neue Einblicke in das Leben in der Jungbronze- und frühen Eisenzeit. In Kooperation mit dem Braunschweigischen Landesmuseum wird bei diesem DFG-geförderten Projekt mit neuesten archäologischen Untersuchungsmethoden geforscht.

Herrschaft, Handwerk und Kult: Die Hünenburg am Heeseberg in der jüngeren Bronzezeit

Die sogenannte Hünenburg bei Watenstedt im Landkreis Helmstedt besteht aus Befestigung, Außensiedlung und Gräberfeld. Bisher haben die interdisziplinären Arbeiten an dem von 1.200 bis 650 vor Christus genutzten jungbronze- und früheisenzeitlichen Herrschaftssitz (darunter erstmalige Untersuchungen an der Außensiedlung) umfangreiche Ergebnisse zu seiner Entwicklung, der inneren Struktur, zu den wirtschaftlichen Grundlagen, zum Totenbrauchtum und zu Kultpraktiken geliefert. Auch zur kulturellen Verankerung und zu überregionalen Kontakten die die bronzezeitlichen Bewohner der Hünenburg pflegten, gibt es inzwischen neue wissenschaftliche Erkenntnisse.  Schon 1998 erkannte man bei Ausgrabungen, die vom Braunschweigischen Landesmuseum durchgeführt wurden, welche Bedeutung das Areal im nördlichen Harzvorland hat. Mit Hilfe archäologischer Untersuchungen an der jungbronzezeitlichen Befestigung mit Unterstadt kann dieser neue Siedlungstyp in Mitteleuropa und die Art der Landschafts- und Ressourcennutzung der damaligen Zeit verdeutlicht werden. Wichtig ist vor allem die Untersuchung eines erst kürzlich durch Probegrabungen erschlossenen Areals an einem alten Wasserlauf mit guten Erhaltungsbedingungen für organisches Material.

Aber noch sind viele Fragen offen, um ein fundiertes Gesamtbild von der Siedlungslandschaft und dem Siedlungsgefüge zu erhalten, beispielsweise zu den Themen regionale Ressourcen (Salz, Gestein), zum Verhältnis zu benachbarten Siedlungen, sowie zur Topographie der Außensiedlung. Zu erwarten sind besondere Einblicke in wirtschaftliche und kultische Aktivitäten sowie in die Nahrungsversorgung und ökologische Verhältnisse.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördern das unter der Leitung von Prof. Dr. K.-H. Willroth und Dr. I. Heske (Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Georg-August-Universität Göttingen) stehende Forschungsprojekt. Enger Kooperationspartner ist das Braunschweigische Landesmuseum mit der Direktorin Dr. H. Pöppelmann und dem Oberkustos W.-D. Steinmetz:  Die wissenschaftliche Auswertung und Erfassung der Funde von der Hünenburg finden in den Räumen des Braunschweigischen Landesmuseums, Abteilung Ur- und Frühgeschichte Wolfenbüttel, statt.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier.