Wie die beiden anderen Stockwerke hat auch das 2. Obergeschoss, in dem die Skulpturen und die Angewandte Kunst untergebracht ist, tiefgreifende Verbesserungen erfahren. In Zusammenarbeit mit den Architekten von Kuehn Malvezzi wurde der Rundgang als ein Parcours gestaltet, der mit kräftigen Farben und abwechslungsreicher Ausstellungsarchitektur die Besucher_innen zur Auseinandersetzung mit der Kunst anregen will.

Ein Parcours mit Themen- und Sammlungspräsentationen

Die Sanierung bot die Chance, sich bei der Neugestaltung der Präsentation von alten Denkweisen zu verabschieden und erstmals ein konsequent an den Stärken der Sammlungen orientiertes Gesamtkonzept zu erarbeiten. Im Ergebnis erwartet die Besucher_innen eine zweigeteilte Präsentation.

In den straßenseitigen Ausstellungsräumen können ausgewählte Sammlungsbestände, zum Teil in aufgearbeiteten historischen Vitrinen, ihre volle Pracht enfalten. So findet sich im neuen Museum neben Räumen mit Fürstenberg-Porzellan, Email, Majolika, ostasiatischen oder ethnologischen Objekten auch erstmals eine Skulpturengalerie. Nie zuvor hat das Museum so viele seiner antiken Skulpturen zeigen können, rund die Hälfte der Objekte waren bisher noch nicht öffentlich ausgestellt. Die Sammlung von Ostasiatika, von Gästen aus China und Japan schon immer bestaunt, wird durch die neue Inszenierung auch für den Laien als außergewöhnlich qualitätvoll erfahrbar.

Parkseitig erwarten die Besucher_innen Themenräume, die sammlungsübergreifend konzipiert wurden. Ob Lifestyle, Branding oder Tafelkultur – die Themen holen die modernen Besucher_innen dort ab, wo sie stehen. Die Frage z.B., wie man sich ein Image aufbaut und wo man sich die Inspiration dafür holt, bewegt nicht nur den heutigen Blogger / YouTuber / Startup-Gründer, sondern beschäftigte schon die frühneuzeitlichen Herrscherhäuser (Themenraum „Der Fürst als Marke“). Ein Highlight dieses Ausstellungsbereiches ist die „Kunstkammer“, ein im Setzkasten-Prinzip gestalteter Raum voller wundersamer Objekte, wie z.B. einer Armprothese aus dem 17. Jahrhundert, einem Papierblumenstrauß um 1800, dem anatomischen Modell einer schwangeren Frau, Korallen, Straußeneiern, Steinen, denen man magische Kräfte zusprach und nicht zuletzt dem Horn des legendären Einhorns (alias dem Stoßzahn eines Narwals).