Friedemann von Stockhausen Ägypten-Parade
Eine seltsame Parade bewegt sich durch das Kupferstichkabinett des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig.
Es sind Märchen- und Fabelwesen, die die Bildwelt der altägyptischen Geschichtenerzähler überliefern. Widder, Löwe, Stier, Krokodil, Esel und Hase. Mit von der Partie sind aber auch unbestimmbare Mischwesen halb tierischer, halb menschlicher Gestalt. Auf zwei langen Zeichnungsfolgen ziehen sie zu beiden Seiten des Kabinetts hinter den Glasscheiben der Graphikschränke dahin. Mit ihnen zieht eine Folge von Photographien, die im Jahr 1999 in Ägypten entstanden sind. Sie führen den Betrachter vor allem ins Ägyptische Museum in Kairo. Dort kreuzt sich der Blick der ausgestellten Statuen mit dem der sie betrachtenden Besucher.
Die Begegnung mit der altägyptischen Kultur und mit dem heutigen Ägypten greift Friedemann von Stockhausen (geb. 1945, Professor an der HBK Braunschweig) seit 1999 in seinen Zeichnungen und Photographien auf. Aus diesen Arbeiten entstanden zunächst Ausstellungen in Memphis, Tennessee, (Opening the Mouth, 2000) und Heidelberg (77 Augen, 2006). Für den Studiensaal des Kupferstichkabinetts im Herzog Anton Ulrich-Museum entwickelte Stockhausen eine Ausstellung mit Photographien, die auf seinen Ägyptenreisen entstanden, historische Ägypten-Aufnahmen aus der Museumssammlung und Zeichnungen, die eigens für diesen Ort geschaffen wurden. Ausgangspunkt dieser neusten Arbeiten sind narrative Abfolgen, Umzüge, oder eben: Paraden.